Die Durchquerung der Namibischen Wüste mit einem Geländemotorrad (Enduro Yamaha XT 660 spezial) ist für einen inzwischen 70-jährigen Chirurgen schon eine richtige "Grenzerfahrung". Die Tour war professionell begleitet, man fuhr aber aus Sicht - und Sicherheitsgründen fast die ganze - fast 3.000 km lange Strecke - tags allein und traf sich dann abends wieder zum (meist eher kommoden) Übernachten. Das Fahren im Konvoi ist schon aus Gründen der ausreichenden Sicht (Staub!!!) zu gefährlich. Durch eine sehr gute GPS-Vorgabe war die Orientierung auch in schwierigstem Gelände nicht wirklich schwierig. Abweichungen jedoch von der vorgegebenen GPS-Route waren extrem gefährlich, - man wäre nach einem Sturz vermutlich nicht gefunden worden. Neben Schotterwegen war Tiefsand, waren aber auch viele Wasserdurchfahrten und tiefer Morast zu bewältigen.Temperaturen bis 45°.

 

Das Eudurofahren war notwendigerweise so konzentriert, dass das Naturerlebnis Naminbia eher zu kurz kam. Auf meine abendliche Bemerkung: "Ich muss dauernd auf die Piste achten, sonst fliege ich auf die Nase". Die Antwort des Tourgides (Enduro-Profi): "Das ist gut so, - wenn du viel Natur sehen willst kaufst du dir besser einen Bildatlas". Man musste einfach höllisch aufpassen, - nicht nur, weil Stürzen weh tut, - die medizinische Versorgung, - auch der Rücktransport aus der Wüste ist mindestens problematisch.

 

Tatsächlich bin ich nur 2mal gestürzt, - ohne ernsthafte Blessur. Vielleicht nur Glück, - aber wohl doch auch bedingt durch meine 52-jährige Motorrad- uind Enduro-Erfahrung. Andere sind zum Teil zigmal im Tiefsand oder im Morast gelegen. 

 

Anschließend bin ich dann noch 1 Woche mit einer "normalen BMW GS 800" durch Südafrika gereist. Fast normal, aber unendlich weniger reizvoll und abenteuerlich als die "Namibische Herausforderung"!

 

Heil zu Hause angekommen, - WUNDERBAR!