In dem zitierten Radiointerview formulierte Michael Buschheuer, an welche Menschen er dächte, die ihn und sein ehrgeiziges Projekt unterstützen können. Am besten geeignet wären Menschen mit Mut, handwerklichen Geschick, Erfahrung auf hoher See, und toll wäre es, wenn auch Ärzte dabei wären. Na – damit konnte wohl nur ich gemeint sein. Ich habe ihn dann sofort angerufen, wir haben uns einen Tag später getroffen und sofort war klar, dass ich in jeder Hinsicht ein geeigneter Mann für diese Unternehmung bin. 

  

Der Fischkutter lag in Rostock. Ich bin dann mit Freunden nach Rostock gefahren und habe da eine bunte, hoch motivierte Gruppe von Helfern und Unterstützern getroffen, mit denen wir in einer Wahnsinnsanstrengung das Schiff in Ordnung gebracht haben. Es wurde entrostet, angemalt, geschweißt, konstruiert und wieder verworfen. Wir haben von ganz früh morgens bis spät in die Nacht wie besessen gearbeitet – es war eine Riesenfreude, mit dieser kolossal inhomogenen, aber homogen motivierten Gruppe von Menschen zu arbeiten. Danach blieben noch einige Arbeiten zu erledigen, die nur die Facharbeiter aus der Werft erledigen konnten, das Wesentliche war jedoch durch ehrenamtliche Tätigkeiten dieser Gruppe, in der auch qualifizierte Handwerker waren, erledigt.

 

 Das wenige Geld, das wir durch erste Spenden erhalten hatten, war nach kurzer Zeit weitgehend verbraucht, sodass ich mich nach sehr kurzer Überlegung entschlossen habe, die gesamte medizinische Ausrüstung einschließlich der Ausstattung unseres Notfallraumes zu spenden. Ich habe mit einer solchen Summe in meinem Leben schon unsinnigere Sachen finanziert – finden auch meine Kinder. Die Ausstattung umfasst alles, was man in einem solchen Notfallraum braucht – einschließlich natürlich Intubation, kurzzeitige Beatmung, ausgedehnte Wundversorgung, Defibrillator, Thoraxdrainage und andere nützliche Dinge. Von Anfang an war ich also verantwortlich für die medizische Konzeption, die Ausstattung und Organisation, später dann als Mitglied des Vorstandes auch für die Finanzen.

 

Es hat nach Beendigung der Arbeiten am Schiff dann fast unendlich lange bürokratische Schwierigkeiten gegeben, das Schiff so klassifizieren, dass es auch von nicht professionellen Schiffsführern betrieben werden konnte. Das ist uns unter deutscher Flagge definitiv nicht gelungen.Als wir das Schiff dann unter holländischer Flagge betrieben haben, waren plötzlich alle bürokratischen Hindernisse wie weggefegt