Damals: Unfallchirurgie in Kempten bis 2004

Abteilung für Unfallchirurgie, Hand-, und Plastische Wiederherstellungs- chirurgie

Chefarzt Prof. Dr. med. T. Mischkowsky 

Das Spektrum und der Versorgungsauftrag der unfallchirurgischen Abteilung am Klinikum Kempten ist durch die geographische Lage Kemptens mit seinen Schwerpunktaufgaben für das Allgäu, daneben durch die Stationierung des Rettungshubschraubers Christoph 17, geprägt.

An der Abteilung werden alle modernen Verfahren und Behandlungsmethoden der modernen Unfall- und Wiederherstellungschirurgie durchgeführt. Bedingt durch die regionale Struktur und die Stationierung des Rettungshubschraubers am Hause, bildet die Behandlung von mehrfach- und schwerstverletzten Patienten einen besonderen Schwerpunkt. Seit Bestehen einer selbständigen Abteilung für Unfallchirurgie am Klinikum im Jahre 1984 wurden über 50.000 Patienten in der Abteilung stationär behandelt. In dieser Zeit wurden über 65.000 Eingriffe stationär und ambulant durchgeführt.

Neben der üblichen stationären Versorgung finden an der unfallchirurgischen Abteilung seit 1994 ambulante Operationen auf einer speziellen Tagesklinik in großem Umfange statt (ca. 700 Eingriffe/Jahr).

 

Leistungsspektrum

 

  • Primärversorgung schwerstverletzter und polytraumatisierter Patienten, einschließlich der Verletzung des Körperstammes, der Körperhöhlen und der Neurotraumatologie (Schädelhirnverletzungen).
  • Wiederherstellungschirurgie in der Sekundärphase, einschließlich operativer Behandlung von verzögerten Heilungen, Fehlstellungen sowie Knochen- und Weichteildefekten.
  • Akut - und Sekundärchirurgie an der Wirbelsäule, auch mit mikrochirurgischen Techniken, sowohl bei Unfallverletzungen, als auch bei degenerativen Erkrankungen, Tumoren und Tochtergeschwulsten
  • Behandlung von Tumoren und Tochtergeschwulsten an Bewegungsapparaten mit allen Techniken der Wiederherstellungschirurgie.
  • Minimalinvasive Chirurgie durch arthroskopische und microchirurgische Verfahren.
  • Chirurgische Behandlung von Handverletzungen und Handerkrankungen, einschließlich der rekonstruktiven Handchirurgie.
  • Wiederherstellung von Defekten der Haut und der Weichteile durch plastische Maßnahmen, einschließlich Muskellappenplastiken.
  • Gelenkersatz an Hüfte, Knie- und Schultergelenk unter Einbeziehung zementfreier Implantationstechniken,zum Teil computerunterstützt mit Navigation. Auswechslung gelockerter und infizierter Kunstgelenke.
  • Betreuung und Behandlung von Verletzungen des Bewegungsapparates durch Sport und andere Freizeitaktivitäten.

 

 

Die Unfallchirurgie des Klinikums verfügt seit 14 Jahren über eine abteilungsinterne ausgefeilte Datenverarbeitung mit EDV-gestützter Qualitätssicherung und EDV- Dokumentation von über 120.000 Patienten. Sie ist über „Datenautobahn“ mit anderen Kliniken des Allgäus, aber auch überregional verbunden.


Basierend auf der EDV-Struktur der Abteilung besteht als Teil der Qualitätssicherungsmaßnahmen eine geschlossenen, alle Eingriffe erfassende Komplikationsstatistik. Zusätzlich ist die Abteilung in externe Qualitätssicherungsmaßnahmen der Bayrischen Arbeitsgemeinschaft für Qualitätssicherung (BAQ) und die Qualitätssicherung der „Vereinigung Leitender Unfallchirurgen Deutschlands“ eingebunden. Dadurch werden die Ergebnisse der Behandlung vergleichend mit anderen großen unfallchirurgischen Kliniken in Deutschland bewertet.

 

Zukunftsobjekte

 

Strukturierung der Abteilung in mehrere von Oberärzten geführte Teams, in denen spezielle Probleme der Unfallchirurgie und der Wiederherstellungschirurgie vertiefend und spezialisiert bearbeitet werden können. Entwicklung eines Chirurgischen Zentrums nach den Vorgaben der neuen Weiterbildungsordnung für das Gesamtgebiet „CHIRURGIE“

Weiterentwicklung der Kommunikation mit benachbarten Kliniken über Datenautobahn unter Nutzung der Abteilungs-EDV und des Krankenhauseinformationssystems.

 

Berufspolitische Aktivitäten

 

  • Mitglied des Präsidiums der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgen seit 1991

 

  • Vorsitzender der Vereinigung Leitender Unfallchirurgen (VLU), der 275 unfallchirurgische Chefärzte angehören.

  • Leiter des Referates „Unfallchirurgie“ im Berufsverband der Deutschen Chirurgen (BDC).